Meine Gedanken zu diesem Versuch

Vor knapp 2 Jahren ist meine Mutter gestorben. Seit dem wird immer wieder behauptet, ich lebe ohne sie. Da ich viele Erfahrungen gemacht habe, bin ich da skeptisch. Es ist sicher wahr, dass ich derzeit außerstande bin, mit ihr Dinge zu tun, die vor ihrem Tod möglich waren. Und doch GIBT es etwas, was sich vermutlich im Laufe des Entstehens dieser Artikel/Beiträge deutlicher zeigen wird als zu Beginn.

Da (auch) ich sie sterbebegleitet habe, gibt es sicher auch im Laufe der Zeit etwas zu der Zeit der Sterbebegleitung. Vielleicht sortiert sich einiges „von allein“, wenn ich es hier veröffentliche. Vielleicht hilft es anderen, davon zu lesen. Ich fange jetzt jedenfalls mal an. Was daraus werden wird, wird sich weisen.

Ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird.

Veröffentlicht in Sterbende. Schlagworte: , , , . 2 Kommentare »

2 Antworten zu „Meine Gedanken zu diesem Versuch“

  1. Barbara Sagt:

    Liebe Etolm!

    Nun habe ich mir auch mal Deinen Blog angeschaut. Ich finde ihn schön, äusserlich von der Gestaltung her, vielleicht weil mir Lila so gut gefällt und weil er sehr klar und einfach wirkt, aber auch innerlich schön, weil ich es wichtig finde, sich mit dem Thema Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Wobei ich ja glaube, dass es sowas wie „Tod“ gar nicht gibt. Es gibt Transformationen, ja, aber nichts vergeht wirklich. Das weiss auch die Physik. Alles wandelt sich nur. Das Leben ist ständiger Wandel, aber nichts vergeht für immer.

    So richtig nahe wurde ich noch nie mit dem Tod konfrontiert. D.h. ich war dabei, als mein Grossvater mütterlicherseits gestorben ist. Das empfinde ich als grosses, letztes Geschenk von ihm an mich. Denn ich habe mich bis zu diesem Zeitpunkt schon oft gefragt, wie das ist, diese letzen Momente, wie das ist, wenn jemand stirbt. Was mich dabei am meisten berührt hat, war nicht das mein Grossvater gegangen ist, sondern die Gefühle meiner Mutter, die auch dabei war. Ich habe mitgekriegt, wie sehr sie das emotional aufgewühlt hat.

    Was mir manchmal etwas Sorgen macht, ist der Gedanke, dass jemand meiner Lieben, also z.B. meine Eltern, meine Freundin, mein Lebenspartner vor mir sterben könnten. Ich denke, es wäre für mich sehr schwierig, das zu verkraften. Das macht mir Angst. Meine Eltern könnte ich noch eher gehen lassen, aber meinen Lebenspartner?

    Aber ich versuche im jetzt zu leben. Was morgen sein wird, wer weiss das schon. Es bringt nichts, sich unnötig Sorgen darum zu machen. Vielleicht geht ja mein Wunsch in Erfüllung und ich sterbe zuerst.

    Ich grüsse Dich ganz herzlich!

    Barbara

  2. Etolm Sagt:

    Hallo Barbara,
    schon mal gehört oder gelesen, dass genau da der Weg ist, wo die Angst ist?

    Vielleicht geht ja mein Wunsch in Erfüllung und ich sterbe zuerst.

    Ja – es ist alles andere als einfach, zu über-leben. Und doch – es ist das Einzige, was es gibt – HEUTE. Es gibt Hilfe – Du darfst diesen Weg ganz sicher mit Anderen gehen. Gestern las ich in einem kleinen Heft etwas davon, dass das Weizenkorn in der Erde stirbt, um neues LEBEN hervorzubringen. Ich glaube, dass der Tod meiner Mutter neues LEBEN hervorgebracht hat. Und ich denke – inzwischen – der Tod *verändert* – wenn wir es zulassen – nur wenn wir uns dagegen sperren, *beendet* er.

    Viele Grüße
    Etolm


Eine Antwort schreiben