Fast vergessene Interviews und ihre Folgen

Während ich den vorigen Artikel schrieb, fällt mir wieder ein, was ich schon fast vergessen hatte: Es gab zur Zeit des Sterbens meiner ein „Wochenblatt“, das berichtete von einer ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterin. Diese Frau hat u.a. meine Mutter begleitet. In der Woche nach der Beerdigung erschien also „deutschlandweit“ ein Foto (oder waren es zwei?) auf dem meine Mutter zu sehen war. Und das, obwohl meine Mutter gar keine „Berühmtheit“ war.

Wie ging es mir damit? Andere durften SEHEN, wie todkrank sie aussah. Fremde. Ja – das durften sie. Mir war und ist wichtig, dass sie begleitet wurde. Von mir und von anderen. Allein zu sein im und beim Sterben – ICH fände das traurig.

Dass da nun andere meine Mutter als (ziemlich schlecht aussehendes) „Model“ zu sehen bekamen, war mir egal. Ich wusste, dass es darum ging, über die Arbeit der Hospizmitarbeiterin zu berichten. Meine Mutter war in diesem Zusammenhang eine „unwichtige“ Statistin, die „zufällig“ zum „richtigen (?) Zeitpunkt“ im Hospiz war. Das hat nichts daran geändert, dass sie MIR (uns) wichtig war, die wir mehr kannten als die paar Zeilen, die dieser Bericht über sie enthielt. Zumal diese Zeilen noch dazu nur begrenzt dem entsprachen, was WIR für wahr hielten.

Vielleicht ist das einfach immer so? Auch den Angehörigen von Anderen – von diesem Michael Jackson – geht es vielleicht so, dass sie etwas anderes mit ihm verbinden als das, was öffentlich berichtet wird? Kann sein. Ich finde, sie könnten trotzdem BALD damit aufhören, jedes kleinste Detail um die Welt zu schicken.

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