Da brennt kein Licht mehr – oder doch?

Vergangenes Wochenende war plötzlich ziemliche Unruhe auf unserem Hinterhof. Es stellte sich heraus, dass die Polizei mit Unterstützung der Feuerwehr versuchte, in eine Wohnung zu kommen, die im 1. Stock liegt. Es kamen dann noch Sanitäter dazu, die dann für noch mehr Unruhe sorgten, da darüber geredet wurde, was sie schon alle jeweils im Fernsehen gesehen hätten, wie in eine Wohnung zu kommen wäre, wo es ein angekipptes Fenster gibt, aber niemanden, die bzw. der die Tür öffnet.

Nachdem ihnen das Unterfangen gelang, waren sie nach ca. 5-10 Minuten wieder aus der Wohnung. Woraus ich schloss, dass die dort aufgefundene Person wohl tot ist. Ich weiß nicht mal, ob es eine Frau oder ein Mann war. Was würde es mir auch helfen? Dennoch hat es mich beschäftigt. Als ich Abends erneut in den Hof schaute, war die Wohnung dunkel. Traurig dachte ich, dass da “nie wieder” Licht brennt. Was nicht wahr ist. Die Wohnung wird irgendwann leer sein und neu vermietet werden. Dann wird da auch wieder Licht brennen. Und die Person, die da starb – die braucht kein Licht mehr.

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Schon auch gut, dass meine Mutter KEIN Star war/ist

So langsam finde ich es anstrengend mit diesen dauernden “Updates” zu Michael Jackson. Die ganze Welt soll (will?) Anteil nehmen an jedem noch so kleinen Detail aus dem ehemaligen (?) Leben (?) von Michael Jackson. Dauernd gibt es ein Foto von ihm zu sehen.

Wird er davon wieder lebendig? Wird es davon leichter, dass (oder wie) er gestorben ist? Erleichtert es irgendwas für irgendwen?

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Abschiedsformulierungen und der Tod als Medium | Abschiedsvorstellung.de

Ich bin meist etwas langsamer mit dem Zeitung (nach-)lesen. Was mich nicht hindert, es zu tun. Im Kulturteil vom Tagesspiegel gab es am 23. April 2009 zwei Artikel, die es mir wert scheinen, darauf zu verweisen:

Temporäre Kunsthalle Berlin trennt sich von C. Kleiner

Im ersten Satz des Artikels steht, dass eine der Gründerinnen das Team verlassen hätte. Der Titel selbst liest sich für mich so, wie es dann im zweiten Satz auch bestätigt wird: Die Frau ist von ihren Aufgaben entbunden worden. Abschied scheint mir in diesem Zusammenhang recht vielfältig formulierbar:

Trenne ich mich? Trennte meine Mutter sich vom Leben? Wurde sie getrennt? Wurde ich getrennt von ihr?

Aufmerksam wurde ich auf diese Seite, weil der Hauptartikel der Seite den Titel trägt “Der Tod als Medium” hier nachzulesen: Sterben in der Kunst – Der Tod als Medium.

Auch interessant für mich – wenn ich den Artikel auf den Seiten vom Tagesspiegel suche, dann werden mir diverse Artikel zum Thema “Tod” angezeigt. Wieder was dazugelernt. Vielen Dank an das diesen Artikel veröffentlichende Portal an dieser Stelle :) – ich bin froh, dass ich dort so vielem begegne und mir weniger allein vorkomme mit diesem Thema.

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Abschied von Artikel 5(1) Grundgesetz? | Abschiedsvorstellung.de

Patricia (asuka_09 auf Twitter) hat eine Traueranzeige (oder heißt das “Todesanzeige”?) getwittert – will meinen, ein Bild in einem entsprechenden Dienst namens Twitpic eingestellt. Ich kenne mich mit den Copyrightregeln nicht sooo gut aus :( – habe aber gelernt, dass ich zumindest den Link dorthin veröffentlichen darf:

Patricias Traueranzeige bei Twitter

Auch das ein Abschied? Oder nur eine Veröffentlichung, die auf ungewöhnlichem Weg deutlich machen will, was im vergangenen Monat “verabschiedet” wurde – anders ist ein Beschluss eines Bundeskabinetts kaum zu nennen, oder?

Wer bereit ist, sich auf die Frage danach einzulassen, was denn alles ABSCHIED sein kann, wird kaum drumherum kommen, auch wahrzunehmen, dass es Menschen gibt, die bereit sind, sich öffentlich (im Internet) zu äußern zu dem, was sie wahrnehmen.

Bundeskabinett beschließt Gesetzesentwurf zu Kinderporno-Sperren

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Dankeskarte für Beleidsbekundung?

Sowas passiert mir auch zum ersten Mal: ich sende eine Beileidskarte los und erhalte wenige Tage später eine (vorgedruckte) Dankeskarte für die formulierten Beileidsbekundungen. Diese enthält weder Angaben zum Friedhof noch ein Geburtsdatum. Da es das erste Mal ist, dass ich so etwas erhalte, ist mir ganz unklar, ob es dafür ebenso eine “Vorlage” gibt wie für die Kärtchen, die bei katholischen Beerdigungen während des Requiems verfügbar sind. Da habe ich dafür sorgen müssen/dürfen/wollen, dass dort auch der Geburtsname meiner Mutter mit genannt wird. Da die Vorlage die von einem Mann war, fehlte dort diese Angabe – ebenso wie auf dem gravierten Schild – von diesem berichtete ich an anderer Stelle schon. Sachen gibt´s die gibt´s garnicht …

Ist sie “gestorben” oder ist sie “tot”?

Es hat eine Zeit gedauert, ehe ich neben der “Tatsache”, dass meine Mutter gestorben ist, auch aussprechen konnte, dass sie tot ist. Ist vielleicht Teil des “ganz normalen” Trauerprozesses?

Beileidsbekundung – was hat mir geholfen?

Ich fand es am hilfreichsten, wenn Menschen sich die Mühe gemacht haben, eine Karte zu schreiben und sie via ganz normaler Schneckenpost zustellen zu lassen. Es gab anlässlich des Todes meienr Mutter auch Menschen, die haben mich angerufen – das fand ich eher schwierig. Beileidsbekundungen via Mail finde ich auch eher schwierig – ebenso wie die Mitteilung via Mail zu erhalten, dass jemand gestorben sei.

Seit ich selbst diese Erfahrung gemacht habe, nehme ich mir in der Regel die Zeit, eine solche Karte zu verfassen und loszuschicken, wenn ich erfahre, dass jemand mir bekanntes (oder gar verwandtes) gestorben ist. Ich schaue seither auch bei Kartenlädchen in der entsprechenden Rubrik, was es für eine Auswahl gibt. Mir kommt das “HERZLICHE Beileid” nämlich häufig eher unpassend vor. Und da ist es hilfreich, wenn in meinem Kartenkasten etwas ist, worauf ich zurückgreifen kann.

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