Geld- statt Blumenspende an Robert-Enke-Stiftung

Neulich erfuhr ich, dass da jemand (mir bekanntes) “plötzlich und unerwartet” gestorben sei. Die Person war noch nicht “alt genug zum Sterben” (wäre das überhaupt möglich?). Ich hatte keine persönliche Traueranzeige bekommen gehabt – so nahe standen wir uns offenbar nicht.

Im Nachgang bei der “öffentlichen” Traueranzeige in der Zeitung wurde um “Spenden statt Blumen” an die Robert-Enke-Stiftung gebeten. Es hat mich beschäftigt, wie schnell ich mich fragte, ob dieser Mensch wahlweise an Depressionen litt oder (vielleicht sogar und) sich suizidiert hat. Habe ich deshalb keine Traueranzeige bekommen?

Möglicherweise lag es auch einfach daran, dass dieser Mensch immer dem (Fußball-)Sport verbunden war? Wie auch immer – es ist mir mal wieder ein Update auf diesem Blog wert. Wann anders vielleicht mehr – falls ich da mehr zu erfahre.

Da brennt kein Licht mehr – oder doch?

Vergangenes Wochenende war plötzlich ziemliche Unruhe auf unserem Hinterhof. Es stellte sich heraus, dass die Polizei mit Unterstützung der Feuerwehr versuchte, in eine Wohnung zu kommen, die im 1. Stock liegt. Es kamen dann noch Sanitäter dazu, die dann für noch mehr Unruhe sorgten, da darüber geredet wurde, was sie schon alle jeweils im Fernsehen gesehen hätten, wie in eine Wohnung zu kommen wäre, wo es ein angekipptes Fenster gibt, aber niemanden, die bzw. der die Tür öffnet.

Nachdem ihnen das Unterfangen gelang, waren sie nach ca. 5-10 Minuten wieder aus der Wohnung. Woraus ich schloss, dass die dort aufgefundene Person wohl tot ist. Ich weiß nicht mal, ob es eine Frau oder ein Mann war. Was würde es mir auch helfen? Dennoch hat es mich beschäftigt. Als ich Abends erneut in den Hof schaute, war die Wohnung dunkel. Traurig dachte ich, dass da “nie wieder” Licht brennt. Was nicht wahr ist. Die Wohnung wird irgendwann leer sein und neu vermietet werden. Dann wird da auch wieder Licht brennen. Und die Person, die da starb – die braucht kein Licht mehr.

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Leichenwagen vor dem Haus

Schon seltsam – da bedauere ich es doch tatsächlich, nicht mit einem Fotoapparat aus dem Haus gegangen zu sein. Nicht wegen der “Schaulustigkeit”, sondern wegen des eher seltenen Motivs, was ich gut hätte für diesen Artikel brauchen können. Vor unserem Haus stand heute früh ein dezent hellbrauner Leichenwagen. Ordnungsgemäß eingeparkt in eine ausreichend große Parklücke, aber den verhangenen Fenstern (und dem Navi im Fahrer/innen-Raum) nach zu urteilen ein Leichenwagen.

Auf der Suche im Netz nach einem “passenden” Bild fand ich irgendwie nur schwarze Wagen oder “Absurdes”, daher kommt dieser Artikel nun ohne Bild daher. Der Anblick des Wagens beschäftigte mich genug, um einen neuen Artikel zu rechtfertigen (Brauche ich neuerdings eine Rechtfertigung dafür? Scheint so). Den Rest des Beitrags lesen »

Orte, die gut tun

Quelle+Copyright: www.liv-stein.de

Kürzlich erzählte ich einer Freundin, dass ich das Bedürfnis verspüren würde, auf den Friedhof zu wollen. Ich ergänzte dann noch, dass ich damit keine morbiden Gedanken verbinden würde, sondern im Gegenteil “Tanne abräumen, Blumen zum Grab meiner Mutter tragen, da sein”. Nun begegnete mir in einem Newsletter die Empfehlung zur Veranstaltung “Orte, die gut tun” – damit ist alles gesagt, oder?

Es folgt der Pressetext sowie die Empfehlung, mal eine Suchmaschine mit dieser Wortkombination zu “füttern” – dieser Wortlaut begleitet Steinmetze und Friedhofsverwalter/innen offenbar schon länger – es gibt sogar Bücher zu diesem Thema.

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Andere Verbindungen

Inzwischen war ich auf “Einladung” in der dortigen Praxis und habe mir ein “Bild” davon gemacht, dass meine Heilpraktikerin offenbar wirklich tot ist. Nicht, dass es einen wirklichen Grund gegeben hätte, daran zu zweifeln – niemand wird so eine Traueranzeige als Joke versenden. Dennoch hat es für mich einen Unterschied gemacht, die schwarzen Bänder rund um ihr Firmenschild zu sehen und an der Eingangsstufe die Blumen und Kerzen.

Wobei die, die das Angebot gemacht haben, sichtbar überfordert davon wirkten, dass sie nicht nur einen Raum/Ort (nämlich die ehemaligen Behandlungsräume) zum Abschied nehmen können anbieten. Es gab die Möglichkeit, einen Tee zu bekommen und sich in dem Raum bzw.  an einem extra gestalteten Bereich mit Foto und Blumen und schwarzem Tuch und einem Kondolenzbuch aufzuhalten.

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Ironie des Weiter-Lebens

Ja – zum Leben gehört auch Schmerz. Und Trauer. Und körperliche Reaktionen auf Verlust können auch dazu gehören. Ich finde es verblüffend, was da gerade bei mir zum Vorschein kommt. Die Heilpraktikerin suchte ich vor geschätzten 15 Jahren auf, weil ich mir mit meiner Sehnenscheidenentzündung keinen Rat mehr wusste – die ganzen schulmedizinischen Vorschläge waren fehlgeschlagen und auch Akupunktur stellte sich als “nicht mein Weg” heraus.

Seit Sonntag – im “Noch-Nicht-Wissen” :/ trage ich erstmals seit Monaten wieder die Handgelenkstütze, weil mir der “alte” Schmerz wieder zu schaffen macht und ich weiß schon, dass es normalerweise hilft, diese (schwarze) Stütze zu tragen. Zudem hatte ich oft mit meiner Heilpraktikerin das Thema “schlechter Schlaf” bzw. schlechtes wieder einschlafen sowie die aus der Behandlung “resultierenden” Unterleibsbeschwerden. Ich schlafe seit Tagen wieder deutlich schlechter. Und konnte dann heute Nacht während des Wachliegens und immer wieder Wachwerdens darüber reichlich schief lächeln – ich liege wach und halte das aus. Immerhin lebe ich. Und es wird – aller Voraussicht nach – eine Lösung für diese mit dem Schmerz einhergehenden Symptome geben. Wie lange das auch immer dauern wird.

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Unfassbar

Clipart: GrabsteinVor kurzem kam ich heim und fand einen Umschlag mit einem schwarzen Band an der linken Seite. Meine mich seit geschätzten 15 Jahren unterstützende Heilpraktikerin ist unfreiwillig ums Leben gekommen. Tot. Es war dieses Mal kein Abschied für einige Monate, der mir sonst immer schon schwer genug fiel, als wir uns das letzte Mal verabschiedeten. Es war ein Abschied für immer.

Noch finde ich es so, wie dieser Artikel titelt. Ich bin sprach-, aber nicht wortlos. Ich teile es, um es zu be-greifen. Und doch ist es mir unbegreiflich. Ich bin ihr in so vielen Sitzungen begegnet. Habe mit ihr so viel Heilung erlebt, die keine Krankenkasse je gesehen hat. Und nun ist es vorbei. Ich habe keine Vorstellung, wie es weiter gehen/werden kann. Ich bin dankbar, ihr begegnet zu sein und so viel vom mir und meinem Leben mit ihr geteilt zu haben. Alles weitere wird sich weisen. Wann auch immer.

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