Sich auf den Himmel freuen?

Kürzlich erfuhr ich, dass unser Pfarrer gestorben sei – an der gleichen Erkrankung (Krebs), auch an einem Sonntag und sogar am selben Monatstag – allerdings 10 Jahre eher. In seinem Nachruf heißt es, dass er erst wenige Monate zuvor die Diagnose erfahren habe und dann zunächst zwischen Hoffen und Vorbereiten auf den Tod hin- und hergeschwankt sei. Und dass er dann allen, die sich von ihm verabschiedet hätten, zum Abschluss mitgeteilt habe, dass er sich auf den Himmel freut. Das beschäftigt mich genug, um mal wieder zu posten.

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Versagt die Politik vor dem Sterben?

Gestern las ich einen Artikel in der F.A.Z., der sich um die schwierige aktuelle Rechtslage bezogen auf die Wirksamkeit von Patientenverfügungen dreht. Interessant daran waren für mich u.a. die Kommentare, dessen Neuester – ohne mit der Wimper zu zucken oder dies durch einen Smiley bzw. eine Anmerkung in eckigen oder geschweiften Klammern zu kennzeichnen – ähnlich handelt wie José Samarango in seinem Roman “Eine Zeit ohne Tod” (der sich auch auf der Literaturliste dieses Blogs befindet). Wer ist zuständig dafür, uns (?) vor dem Tod zu bewahren – die Politik? Gott? der Staat? Oder noch wer anders? Oder niemand, weil der Tod zum Leben dazu gehört?

Ja – es wäre SICHER hilfreich – ganz besonders für die (Über-)Lebenden, wenn es in Deutschland eine eindeutigere Rechtslage gäbe. Und doch – werden sich die Bundestagsangehörigen wirklich dazu durchringen, am kommenden Donnerstag eine klare Entscheidung FÜR mehr Klarheit ausgerechnet in diesem “Fachgebiet” zu treffen? Für mich klingt dieser Artikel eher demotivierend. Da hilft dann wohl nur (?) – Beten – vorher und nachher. Und immer wieder auch – das Thema “Patientenverfügung” (und Sterben) ins Bewusstsein holen – bevor es “dran” ist. Denn wenn es “dran” ist, hilft es nur, wenn überhaupt eine Patientenverfügung da ist. Wenn sie ganz fehlt – dann ist das ganz sicher keine Lösung für die Angehörigen in den letzten Tagen, Wochen, Monaten.

Kirchentagsnachlese – Teil 1

Ich wollte keinen Kirchentag, der ausschließlich das Sterben (oder die Auferstehung) als Thema bekommen sollte. Und doch ist auch Tod (und Auferstehung) natürlich (?) Teil von Kirche und somit auch Teil des Kirchentags. Und entgegen meinen sonstigen Erfahrungen im Raum der Kirche, die dieses Thema erstaunlich oft “totschweigt”, gab es sowohl einiges an Literatur als auch einiges an Veranstaltungen.

So war ich durchaus motiviert, zu der einen oder anderen Veranstaltung des Kirchentags zu wollen, die sich mit solchen Themen wie Sterben, Sterbebegleitung oder auch Tod beschäftigt. Angesichts der unglaublichen Fülle von Veranstaltungen und der Vielfalt der Möglichkeiten sowie der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit blieb mir – wie allen – nur die Möglichkeit, eine sehr begrenzte Auswahl vorzunehmen.

Manchmal fällt es offenbar leichter, eine indirekte Annäherung an solche Themen zu wagen. So eine war die “musikalische Lesung” von Teilen der Biografie,  in welcher Maarten´t Haart den Tod seines Vaters, aber auch Erinnerungen an das Leben mit ihm Revue passieren lässt. Ja – es ist ein Sohn, der hier schreibt – und nicht von seiner Mutter (oder nur am Rande), sondern vom Tod seines Vaters. Und doch ist es wohl so, dass mich das Dabei sein auch deswegen so angerührt hat, weil sie (die Lesung) vieles anrührte, was sich sehr ähnlich abspielte, als ich meine Mutter “begleitete”. Dass es immer wieder auch sehr komisch war, half beim Hinhören und Hinspüren allemal.

Neues Startbild mit Hintergedanken

Frühling 2009 (Krokusse auf dem Grab)

Vorhin habe ich mal wieder Bilder von der (digitalen) Kamera geholt. Erst auf dem Monitor sah ich, dass es nicht nur einfach Krokusse sind, die sich ihren Weg durch die Steinplatten gesucht haben, die im vergangenen Sommer auf der linken Seite der Grabstelle verlegt wurden, um einer Bank festen Untergrund zu bieten. Bemerkenswerterweise liegt auch noch ein Ästchen oberhalb des vertikalen Spaltes – bei “gut-williger” Betrachtung ließe sich ein Kreuz erkennen.  Auf dass dieses “Kunstwerk” nicht auf meinem PC hocken bleibt, habe ich es nun einfach mal als Startbild “eingebaut” – MIR gefällt es dort – nicht nur, aber auch wegen der Farbgebung!

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Karfreitag – heute keine Kerze am Tabernakel

Im letzten Jahr war ich nach dem Gottesdienst zum Gründonnerstag dabei, als das, was bei katholischen Menschen als gewandeltes Brot gilt, von der Hauptkirche in eine Kapelle überführt wurde. Erst dort fiel mir auf, dass das, was ich immer wieder meiner Mutter auf´s Grab stelle – ein 3-Tage-Licht – das Gleiche ist, was in der katholischen Kirche kennzeichnet, wo sich der Tabernakel befindet.

Ich habe neulich bei einem gutsortierten Discounter gestanden, wo es elektrische “ewige Lichter” gab. Waren auch nur begrenzt teuer und halten angeblich ein halbes Jahr (je nach Witterung). Das ist so ähnlich wie in italienischen Kirchen – da wird auch Elektrik eingesetzt bei den Kerzen. Ich finde das immer wieder unpassend. Und doch hat der Gedanke etwas, dass es dann nicht nur 3 Tage lang ein klein wenig heller auf dem Friedhof ist, sondern ein halbes Jahr am Stück. Ich lasse mir immer wieder erzählen, dass “alle 10-14 Tage” häufig sei für einen Friedhofsbesuch. Dieser Zeitrahmen bedeutet aber auch, dass es dann immer wieder Tage bis Wochen ohne dieses Licht gibt. Außer in der Kirche. Wo ja auch die Möglichkeit besteht, ein solche Licht anzuzünden. Was ich sicher auch bei nächster Gelegenheit tun werde für den Vater von der Frau, mit der ich heute früh telefonierte.

In diesem Jahr mochte ich nicht in den Gründonnerstagsgottesdienst gehen. Vieleicht hat das was damit zu tun, wie es im vergangenen Jahr war. Ich GLAUBE an die Auferstehung. Und ich werde sicher heute nachmittag in den Gottesdienst gehen und auch am Sonntag früh in den Auferstellungsgottesdienst. Und doch – offenbar ist das in diesem Jahr “genug” an kirchlichem Ritual.

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