Da brennt kein Licht mehr – oder doch?

Vergangenes Wochenende war plötzlich ziemliche Unruhe auf unserem Hinterhof. Es stellte sich heraus, dass die Polizei mit Unterstützung der Feuerwehr versuchte, in eine Wohnung zu kommen, die im 1. Stock liegt. Es kamen dann noch Sanitäter dazu, die dann für noch mehr Unruhe sorgten, da darüber geredet wurde, was sie schon alle jeweils im Fernsehen gesehen hätten, wie in eine Wohnung zu kommen wäre, wo es ein angekipptes Fenster gibt, aber niemanden, die bzw. der die Tür öffnet.

Nachdem ihnen das Unterfangen gelang, waren sie nach ca. 5-10 Minuten wieder aus der Wohnung. Woraus ich schloss, dass die dort aufgefundene Person wohl tot ist. Ich weiß nicht mal, ob es eine Frau oder ein Mann war. Was würde es mir auch helfen? Dennoch hat es mich beschäftigt. Als ich Abends erneut in den Hof schaute, war die Wohnung dunkel. Traurig dachte ich, dass da “nie wieder” Licht brennt. Was nicht wahr ist. Die Wohnung wird irgendwann leer sein und neu vermietet werden. Dann wird da auch wieder Licht brennen. Und die Person, die da starb – die braucht kein Licht mehr.

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Wie ein Brief aus dem Jenseits

Neulich bekam ich die Unterlagen in die Finger, die meine hier schon häufiger erwähnte Heilpraktikerin über mich im Laufe der Jahre erstellt hat. Das meiste davon war unlesbar für mich, was mir schon vorher klar war. Es gab jedoch einen maschinengeschriebenen Bericht über mich, den sie vermutlich mal verwendet hat, um in einer Schulung über mich als “Fall” zu berichten.

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Abgrenzung, um Abstand zu bekommen

Sie fehlt mir immer noch – meine Heilpraktikerin. Ich denke bei jedem auftretenden Symptom sofort daran, was sie mir wohl empfohlen hätte. Ich bin traurig, dass ich sie nicht mehr fragen kann. Ihr nichts mehr erzählen kann. OK – ich könnte ihr natürlich trotz meines Wissens um ihren Tod etwas erzählen von dem, was ich an Symptomen bemerke. Da sie jedoch meist mit eher ungewöhnlichen Empfehlungen kam, hilft mir das nur begrenzt. Ich bewunderte schon zu ihren Lebzeiten ihre Kompetenz, die ganz offen-sichtlich das überschritt, was ich aus entsprechenden Büchern bekam.

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Worte und ihre Wirkung

Als mir eine Freundin schrieb, dass die Info sicher ein Schock für mich war, stellte ich fest, dass sie recht hat. “unfreiwillig ums Leben gekommen” verharmlost das Geschehene irgendwie. Und doch ist natürlich auch das erlaubt – so wie meine Überlegungen, wie lange es dauerte, bis ich von meiner Mutter nicht mehr als “gestorben” redete, sondern als “tot“.

Einem Gewaltverbrechen zum Opfer fallen ist wohl ähnlich (und doch auch anders) wie im Krieg sterben oder sonst-wie gewaltsam zu Tode kommen. Ermordet werden. Getötet werden. Das ist nicht “nur” sterben oder gestorben sein. Das ist furchtbarer. Irgendwie.

Natürlich entscheiden die wenigsten Menschen, wann sie sterben. Wie sie sterben. Die Entscheidung, DASS wir sterben – die brauchen wir ohnehin nicht zu fällen. Da kommt niemand drumherum. Dennoch scheint es einen Unterschied zu machen, ob eine Krankheit oder ein anderer Mensch die “Verantwortung” für dem Umstand als Solchen bekommt. Zumindest für die, die sich mit den “Folgen” davon auseinanderzusetzen haben.

Unnützes Gepäck | Abschiedsvorstellung

In meinem schon in einem anderen Beitrag von mir erwähnten Andachtsbuch fand ich heute mal wieder einen mir für das Blog der Abschiedsvorstellung [aber durchaus auch für dieses Blog] passend erscheinenden Beitrag, der so titelt ist wie dieser Artikel. Ich zitiere mal wieder von dort:

»Das letzte Hemd hat keine Taschen«, lautet eine alte Volksweisheit. Doch inzwischen scheint sie nicht mehr umfassend zu gelten. Denn Bestatter berichten, dass Verstorbenen zunehmend Beigaben mit ins Grab gelegt werden. Nun ist so etwas nicht neu. Schon seit Urzeiten und bis ins Mittelalter war es üblich, den Toten etwas mitzugeben. Und dieser Brauch scheint wieder aufzuleben. Vielfach sind es heute Briefe, Fotos und Kinderzeichnungen. Kindern legen Angehörigen teures Elektronikspielzeug mit in den Sarg. Die Journalistin und Moderatorin Elke Heidenreich hat ihren Grimme-Preis ihrer Mutter ins Grab gelegt. Der Kölner Erzbischof Kardinal Meisner hat in seinem Testament verfügt, dass er mit seinem Taufschein beerdigt werden möchte, der ihn berechtige, in den Himmel aufgenommen zu werden. Insbesondere aus den USA wird berichtet, dass zunehmend Handys, iPods, Laptops und sonstige Elektronikgeräte mit in den Sarg gelegt werden.

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Literarisches zum “Spiel des Lebens”

Neulich schrieb ich einen Beitrag auf der Abschiedsvorstellung mit dem Titel “Zurück in den Alltag? Robert Enkes Biografie. Ich zitiere mich mal selbst ;) mit meinen dort gestellten Fragen:

…die, bei denen der Tod eines Menschen etwas berührt hat – wie geht es für die weiter? Mit dem Thema, das da angerührt wurde? Depressionen? (Versehentlicher) Selbstmord? Lebensziele? Einfach “nur” weiter? Oder doch auch anders weiter?

Seit meine Mutter gestorben ist, geht es anders für mich weiter. Mein Blick beim Lesen hat sich offenbar verändert. Mir geraten öfter als früher Bücher in die Hände, in denen Elternteile sterben oder gestorben sind. Eine Autorin namens Cecelia Ahern widmet sich in vielen ihrer Bücher auf die eine oder andere Weise der Frage nach dem Weiterleben nach dem Tod. Wobei dieses Wort durchaus doppeldeutig zu verstehen ist – es geht ihr meist mehr um das weitere Leben derer, die jemanden “vermissen”.

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Diamant statt Urne – die verrückteste Bestattung der Welt | Abschiedsvorstellung

Diamant, www.pixelio.de

Diamant, www.pixelio.de

Heute fand ich in meinem Andachtsbuch einen Beitrag, der so titelt ist wie dieser Artikel. Ich zitiere von dort:

“So lautete der Titel eines Artikels in den Medien, der eine neue Methode der Leichenbestattung erläuterte. Da der menschliche Körper zu 20% aus Kohlenstoff besteht, wäre nach Verbrennung der Leiche die ideale Basis für einen Diamanten gegeben.

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