Gewaltfreie Kommunikation, die Zweite

Auf meiner Liste hatte ich ja unter Punkt 6 notiert, dass ich mich in gewaltfreier Kommunikation üben möchte. Derzeit bin ich am meisten angetan von der Kurzzusammenfassung, die ich bei Wikipedia als Zitat von M. Rosenberg fand:

„Wenn ich a sehe, dann fühle ich b, weil ich c brauche. Deshalb möchte ich jetzt gerne d.“

Ich habe mir daraufhin ein Dokument angelegt, in welchem ich diesen Satz oben drüber geschrieben habe und unter a-d die dazu gehörenden Begriffe (Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte) geschrieben. Anschließend habe ich dann Platz, um meine Notizen in vollständige Sätze (um-)zu formulieren. Ich nutze dazu Situationen, die mir bisher ausweglos erschienen. Als ich das zum ersten Mal ausprobiert habe, kam ich dahinter, dass ich bereits bei der Beobachtung der Situation feststellte, etwas ändern zu können für vergleichbare Situationen, um bei b) etwas Anderes zu fühlen.

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Geld- statt Blumenspende an Robert-Enke-Stiftung

Neulich erfuhr ich, dass da jemand (mir bekanntes) “plötzlich und unerwartet” gestorben sei. Die Person war noch nicht “alt genug zum Sterben” (wäre das überhaupt möglich?). Ich hatte keine persönliche Traueranzeige bekommen gehabt – so nahe standen wir uns offenbar nicht.

Im Nachgang bei der “öffentlichen” Traueranzeige in der Zeitung wurde um “Spenden statt Blumen” an die Robert-Enke-Stiftung gebeten. Es hat mich beschäftigt, wie schnell ich mich fragte, ob dieser Mensch wahlweise an Depressionen litt oder (vielleicht sogar und) sich suizidiert hat. Habe ich deshalb keine Traueranzeige bekommen?

Möglicherweise lag es auch einfach daran, dass dieser Mensch immer dem (Fußball-)Sport verbunden war? Wie auch immer – es ist mir mal wieder ein Update auf diesem Blog wert. Wann anders vielleicht mehr – falls ich da mehr zu erfahre.

Weise Worte eines Eisherstellers

Wer einmal den Löffel abgibt, bekommt ihn nicht mehr wieder

Wer einmal den Löffel abgibt ... Das Leben ist nicht immer fair

Neulich war ich unterwegs zu einer Verabschiedung von jemandem, der gestorben ist. Auf dem Weg dorthin begegnete mir dieses Plakat. Mir blieb das Lächeln im Halse stecken – es ist ja wahr: wer einmal stirbt, wird nicht mehr leben. Außer – es ist wahr, dass es ein Leben im Himmel gibt. Da brauchen wir dann allerdings auch keinen Löffel mehr.

Es stimmt auch, dass das Leben nicht immer fair ist. Wieso sterben Menschen? Oder werden krank? Oder gemein? Ich bin keine Hellseherin. Ich weiß auf solche Fragen keine und schon gar keine allgemein gültige Antwort. Wenn niemand sterben würde, hätten wir irgendwann keinen Platz mehr auf der Erde für Alle. Und der Tod gehört nun mal zum Leben. Und mache finden das Leben so furchtbar, dass sie sich dafür entscheiden, den “Löffel” freiwillig (??) abzugeben. Das Leben ist nicht immer fair. Auch wenn ich das noch so gern anders hätte. Und wenn Menschen den Löffel abgeben (müssen), dann bekommen sie ihn üblicherweise nicht zurück. Muss das so sein?

Leichenwagen vor dem Haus

Schon seltsam – da bedauere ich es doch tatsächlich, nicht mit einem Fotoapparat aus dem Haus gegangen zu sein. Nicht wegen der “Schaulustigkeit”, sondern wegen des eher seltenen Motivs, was ich gut hätte für diesen Artikel brauchen können. Vor unserem Haus stand heute früh ein dezent hellbrauner Leichenwagen. Ordnungsgemäß eingeparkt in eine ausreichend große Parklücke, aber den verhangenen Fenstern (und dem Navi im Fahrer/innen-Raum) nach zu urteilen ein Leichenwagen.

Auf der Suche im Netz nach einem “passenden” Bild fand ich irgendwie nur schwarze Wagen oder “Absurdes”, daher kommt dieser Artikel nun ohne Bild daher. Der Anblick des Wagens beschäftigte mich genug, um einen neuen Artikel zu rechtfertigen (Brauche ich neuerdings eine Rechtfertigung dafür? Scheint so). Den Rest des Beitrags lesen »

Almanya + Salman Rushdie

Ich komme grad aus dem Film “Almanya – Willkommen in Deutschland“, was mich mal wieder zu einem (kurzen) Artikel hier motiviert. Ich fand das abschließende Zitat sehr be-merkens-wert und habe mir die Angaben “Mitternachtskinder” sowie den Namen des Autors gemerkt, die im Abspann genannt wurden. Das Zitat selbst fand sich hier. Und jetzt auch hier:

„Ich bin die Summe all dessen, was vor mir geschah, all dessen, was unter meinen Augen getan wurde, all dessen, was mir angetan wurde. Ich bin jeder Mensch und jedes Ding, dessen Dasein das meine beeinflusste oder von meinem beeinflusst wurde. Ich bin alles, was geschieht, nachdem ich nicht mehr bin, und was nicht geschähe, wenn ich nicht gekommen wäre.“ (Salman Rushdie)

Interessant fand ich auch, wie einer der Onkel (?) von Cenk ihm erklärte, wo der Großvater jetzt sei: Auch bei Wasser gäbe es diverse Aggregatzustände, dennoch wäre es immer da. Wenn es verdampft, steigt es zum Himmel auf – so wie der Opa.

Worte und ihre Wirkung

Als mir eine Freundin schrieb, dass die Info sicher ein Schock für mich war, stellte ich fest, dass sie recht hat. “unfreiwillig ums Leben gekommen” verharmlost das Geschehene irgendwie. Und doch ist natürlich auch das erlaubt – so wie meine Überlegungen, wie lange es dauerte, bis ich von meiner Mutter nicht mehr als “gestorben” redete, sondern als “tot“.

Einem Gewaltverbrechen zum Opfer fallen ist wohl ähnlich (und doch auch anders) wie im Krieg sterben oder sonst-wie gewaltsam zu Tode kommen. Ermordet werden. Getötet werden. Das ist nicht “nur” sterben oder gestorben sein. Das ist furchtbarer. Irgendwie.

Natürlich entscheiden die wenigsten Menschen, wann sie sterben. Wie sie sterben. Die Entscheidung, DASS wir sterben – die brauchen wir ohnehin nicht zu fällen. Da kommt niemand drumherum. Dennoch scheint es einen Unterschied zu machen, ob eine Krankheit oder ein anderer Mensch die “Verantwortung” für dem Umstand als Solchen bekommt. Zumindest für die, die sich mit den “Folgen” davon auseinanderzusetzen haben.

Wurde ihr das Sterben zuteil oder starb sie? | Abschiedsvorstellung.de

Ich las neulich, dass Elisabeth Noelle-Neumann 93-jährig gestorben sei. Das erinnert mich daran, dass ich seinerzeit viel Mühe hatte mit den Formulierungen rund um das Gestorben sein meiner Mutter. Es hat eine Weile gedauert, bis ich formulieren konnte, dass sie tot ist.  Es schien so viel “endgültiger” (end-gültiger?) als zu sagen, dass sie gestorben sei. Sterben erlebte ich als zeitlich begrenzten Prozess und so auch das “Gestorben sein”.

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