Was ist Leben? Leben mit Demenz. Eine Annäherung.

Der Mann meiner Mutter leidet sehr wahrscheinlich unter Demenz. Es gibt Menschen, die sind sich da sicher. Andere sind da unsicherer. Ich zum Beispiel.

Ich habe ihn in den letzten Jahren unregelmäßig und selten besucht, unter anderem, weil er neu geheiratet hat und ich seine neue Frau sehr unsympathisch finde. Vor einigen (wenigen) Jahren erlebte ich bei einem Besuch, dass er „schwierig“ wird. Inzwischen lebt er seit einiger Zeit in einem Wohngemeinschaft für Demenzkranke. Seine Frau hat sich nicht mehr in der Lage gesehen, ihn zu „versorgen“. Ich bin ohnehin nicht „zuständig“. Dennoch beschäftigt es mich. Seit er in der Wohngemeinschaft lebt, besuche ich ihn etwa monatlich. Den Rest des Beitrags lesen »

Gestorbene Frauen in 2016

Clipart: GrabsteinGestern las ich bei @Claudine, dass sie locker eine 50/50-Liste der Persönlichkeiten erstellen könnte, die in 2016 gestorben sind – im Gegensatz zum Spiegel, der diese 50/50-Liste nicht so ganzganz eingehalten hat. Abgesehen davon, dass sich durchaus darüber streiten ließe, was denn genau „Persönlichkeiten“ beinhaltet – es SIND ganz sicher auch in Deutschland mehr Frauen als „in 2016 gestorben“ wahr genommen worden als der Spiegel uns das weismachen will. Das hat mich motiviert, mal zu schauen, ob es irgendwo eine solche Liste schon gibt. Nein – scheint nicht so zu sein. Jedenfalls habe ich sie nicht gefunden. Mir sind einerseits die folgenden Frauen (hier in alphabetischer Reihenfolge) begegnet, mit denen ich etwas verbinde:

Ilse Aichinger; Erika Berger; Carrie Fisher; Zsa Zsa Gabor; Benoîte Groult; Zaha Hadid; Hildegard Hamm-Brücher; Ruth Leuwerik; Jutta Limbach; Elisabeth Moltmann-Wendel; Nancy Reagan; Debbie Reynolds

Andererseits habe ich dann doch auch mal geschaut, ob Wikipedia da evtl. auch eine Auskunft zu erteilen kann. Könnte es. Dafür sind allerdings offenbar „Fachkenntnisse“ und Geduld erforderlich – oder die Möglichkeit, jemanden zu fragen, der oder die sich mit der Wikipedia besser auskennt als ich. Es hilft – das hatte ich bereits vermutet – die Suche innerhalb der Wikipedia. Was ich bisher nicht wusste war, wie diese Suche dazu zu bringen ist, nur die Artikel auszuweisen, die zwei bestimmte Kategorien beinhalten. Wer das nachvollziehen will, gibt in das Suchfeld oben rechts die beiden gewünschten Kategorien incl. Kennzeichnung ein:

incategory:Frau incategory:“Gestorben 2016″

und bekommt 406 Ergebnisse angezeigt. Vielleicht hilft das der Claudine ja beim darüber bloggen? Ich bin gespannt!

Aus einem Interview mit Herman van Veen

Gestern hörte ich ihn mal wieder im Deutschlandradio Kultur:

„Ich bin glücklich, sehr gesund, kann tun, was ich gerne tue, spiele sehr viel Vorstellungen und ich habe auch genug Zeit zwischendurch, um Enkeln, Haus, Freunde zu genießen. Also ich bin ein glücklicher Mann. Ich kenne Leute, die ich liebe. Und ich kenne Leute, die mich lieben und genieße das sehr. Und ich habe das große Glück, dass ich einen Beruf habe, der so intensiv ist, dass ich nicht in einer Sportschule oder so gehen muss und dadurch bin ich auch extrem fit.“

Ich wünschte, ich könnte auch mal so in der Art sein, wenn ich über 70 bin. Ja – kein „glücklicher Mann“ und ohne Enkel und Auftritte. Das wohl. Da es andererseits bis dahin noch einige Zeit ist, kann ich zumindest darüber nachdenken, was in meinem Leben nötig wäre zu ändern, um so etwas äußern zu können.

In den nächsten knapp 2 Wochen ist das Interview mit ihm noch nachzuhören. (knapp 40min.) Ich finde, es lohnt sich. Aber ich bin da vielleicht auch voreingenommen?

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Zeit zum Lesen

buchringIch habe in der letzten Zeit 2 Bücher am Wickel gehabt, die mir einer Erwähnung auf diesem Blog „wert“ erscheinen. Mir ist auch klar, dass auf diesem Blog seit diversen Monaten weniger passiert als ich das dachte. Vielleicht ändert es sich dadurch, dass ich hier auch wieder vermehrt notiere, was für mehr oder minder „themenbezogene“ Literatur mir so begegnet? Mal sehen.

Zum einen wäre da

  • Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
    Ich bekam es geschenkt und war erstaunt über den Titel. Da ich Schnecken – vor allem solche mit Häusern, weniger nackte – mag, habe ich es sehr interessiert gelesen, obwohl ich es vermutlich niemals selbst erworben/entliehen hätte. Es hat mich berührt und mir viele neue Informationen über die(se) Schnecke(n) geschenkt. Es handelt von einer schwerkranken Frau – was meine Mutter auch war, bevor sie starb. Daher bekommt es jetzt einen Platz in diesem Blog.

Das Andere ist

  • Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
    Das Buch habe ich selbst erstanden. Auch wenn die Kritiken zum Teil finden, dass das Buch zu wenig Tiefgang zeigt und gegen Ende zu schnell zum Ende kommt – ich habe es gern gelesen.

Insgesamt stelle ich fest: mein Literaturgeschmack, meine Vorlieben haben sich mit dem Tod meiner Mutter geändert. Ich lese jetzt anderes als vorher. Abwarten, wie viel davon ich hier oder dort veröffentlichen werde.

Dieses Blog ist nur am Rande…

…christlich und es kam noch nie ein Text darin, in dem Engel eine Rolle gespielt hätten. Heute ist mir jedoch ein Text begegnet, der mich wohl durch den Tag begleitet hat und den ich daher hier „fest-halten“ möchte.

Das Geheimnis des Kreuzes

Wenn alle Engel, alle Genies der Welt studiert hätten, was wohl in dieser oder jener Lage nütze, dieses Opfer oder jenes Leiden, diese Versuchung oder jener schmerzliche Verlust, sie hätten nichts finden können, was für dich passender gewesen wäre, als was dich getroffen hat […] damit du ganz du selber werdest und in Gott deine Erfüllung findest.

Mich berührt viel mehr die Wortwahl des Franz von Sales, von dem dieser Text stammen soll, als die Erwähnung der Engel oder des Kreuzes. Und wohl am meisten das, was ich hervorgehoben habe: „ganz du selber“ sein und werden.

Ich habe es eher nicht so mit einem rein(?) männlichen Bild Gottes, wie ich Ihn/Sie verstehe. Da bedauere ich dann auch immer mal, dass es die „Higher Power“ nur im Englischen gibt, die im Deutschen nur unzulänglich übersetzt ist mit „Höhere Macht“ oder „Höhere Kraft“. Die in obigem Text vorkommenden (und zunächst nicht dort stehenden) „Bilder“ sind jedoch – vermutlich aufgrund der anfangs erwähnten (weiblich konnotierten) Weisheit – für mich so wenig „männlich besetzt“, dass es mir nahe lag, diesen Text in den mich berührenden Teilen getreu der Bibel in gerechter Sprache umzuformulieren wie folgt:

So hat Gottes ewige Weisheit von Urbeginn an gesonnen, um Dir dieses Kreuz aus Ihrem Herzen als kostbares Geschenk zu geben. Sie hat dieses Kreuz, ehe Sie es Dir schickte, mit Ihrem allwissenden Auge betrachtet, mit Ihrem göttlichen Verstand durchdacht, mit Ihrer weisen Gerechtigkeit geprüft und Ihrem liebenden Erbarmen durchwärmt. Sie hat dieses Kreuz mit Ihren beiden Händen gewogen, ob es nicht um einen Millimeter zu groß, ein Milligramm zu schwer sei. Dann hat Sie es gesegnet mit Ihrem heiligen Namen, mit Ihrer Gnade gesalbt und mit Ihrem Troste durchhaucht und noch einmal auf Dich und Deinen Mut geblickt.  So kommt dieses Kreuz geradezu aus dem Himmel zu Dir als ein Ruf Gottes und als ein Geschenk Ihrer erbarmenden Liebe, damit Du ganz Du selber werdest und in Gott Deine Erfüllung findest.

 

Was ist das denn??

Ein mir sehr na(c)(h)-gehender Beitrag in einem mir bisher unbekannten Blog:

Geh mir weg mit deiner Lösung! Sie wär der Tod für mein Problem!

So singt es Annett Louisan.

Tatsächlich ertappe ich mich regelmäßig dabei, wie ich zu jeder vorgeschlagenen Lösung ein Aber erfinde. Als wolle ich deutlich machen, dass mein Problem wirklich und absolut unlösbar und damit ganz schlimm sei. Ich denke, dem liegen drei Phänomene zugrunde: Weiterlesen? Hier Klicken.

Danke. Einfach so. So einfach. Oder so.

Wie viele Dinge(?) brauche ich wirklich?

frage/antwortNeulich las ich in einem Newsletter zum Thema Vollmond folgenden Gedanken:

Wir haben einmal einen Mönch gefragt, wie lange er brauchen würde, um seine Sachen zu packen und seine Heimat für immer zu verlassen. Er antwortete: „10 Minuten“. Wie lange würden Sie brauchen und was würden Sie mitnehmen?

Mich hat das länglich beschäftigt. Ich schrieb ja schon mal im Rahmen der mehr oder minder guten Vorsätze von den 10.000 Dingen, die jede/r sein/ihr Eigen nennt. Während ich über die o.g. Frage nachdachte, fiel mir auf, dass ich zumindest auf das erste Grübeln hin zwar vermeintlich an nur wenigen „Dingen“ hänge, es faktisch allerdings schwer vorstellbar finde, in 10 Minuten die mir wirklich lieb gewordenen Dinge(?) fertig gepackt zu haben. Wobei ich schlussendlich auch in 10 Stunden keine Alternative sähe. Ich brauche Zeit, um darüber nachzudenken. Was vermutlich ist, was mir der Newsletter nahe legt: mir Zeit zu nehmen für solche Gedanken.

Ja – im Zeitalter der elektronischen Verknüpfung von Menschen ist es sicher einfacher als früher, die Heimat für immer zu verlassen. Dennoch – die elektronische Verknüpfung allein scheint mir mindestens auf Dauer gesehen nicht ausreichend. Ganz abgesehen von der mir unmöglich scheinenden nur virtuellen Verbindung zu gewissen nichtmenschlichen Lebewesen.

Ich finde es dennoch bedenkenswert. Es könnte schließlich doch mal Wirklichkeit werden, schnell gehen zu müssen – sei es wegen Feuers oder sonstiger äußerlicher Einwirkungen. Es schiene mir sinnvoller, nicht erst dann anzufangen mit dem Überlegen.

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