Angehörigengeschichte(n)

Auch wenn ich keine „echte“ Angehörige bin, weil der Mann meiner Mutter mich nie auf dem Papier adoptiert, sondern nur(?) meine Mutter geheiratet hat: ich fühle mich als Angehörige. Ich stelle mir außerdem vor, dass unsere Mutter es ganz sicher so gewollt hätte, dass ich mich mindestens in seinem jetzigen „Zustand“ kümmere.

Heute las ich dann auch noch „zufällig“ den Brief zum 2. Todestag des Vaters einer Frau, deren Blog ich hin und wieder aufsuche, weil mir ihr Schreibstil gefällt. Worum dreht sich dieser Brief? Um Krebs und Demenz in der ziemlich nahen Familie. Bei einem Vortrag zu letzterem seit einigen Monaten hier und in meinem Leben ja ebenfalls auftauchenden Thema habe ich gemerkt, dass es offenbar so ist, dass Profis in dem Bereich einfach mehr wissen als privat mit dieser Materie befasste Menschen. Weshalb also allein bleiben? Genau. Also:

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Die Liste und mein Schweigen

Ich hatte ja gedacht, ich würde:

  • mehr mit der Liste arbeiten, wenn es sie denn gibt.
  • zumindest den Beitrag schreiben, der sich um meine beruflichen Veränderungen dreht. Ich hatte ihn irgendwo „angekündigt“ und finde jetzt nicht mal mehr die Ankündigung 😦
  • mehr zum Thema Umgang mit Demenz schreiben – wieder Fehlanzeige.
  • die Literaturliste ergänzen – es ist ja nicht so, als würde ich mir nicht immer wieder auch Zeit zum Lesen nehmen.

Scheint alles nicht so gekommen zu sein – immerhin haben wir schon wieder September. Nun ja. Heute hat mich die Mail an eine „Freundin“ dazu gebracht, mich sowohl an das Blog als auch an die Liste mal wieder zu erinnern. Daher gibt es heute einen neuen Beitrag. Immerhin.

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Der Beginn des Weges in den Himmel

Heute vor 10 Jahren durfte meine Mutter bekommen, was sie brauchte, um endlich sterben zu dürfen. Es handelte sich dabei keineswegs um „echte“ aktive Sterbehilfe. Es handelte sich um etwas, worüber wir im Hospiz ins Gespräch kamen mit denen, die dort Dienst taten und sich dabei sowohl um die Angehörigen kümmerten als auch um die letztlich zum Sterben dorthin Gekommenen. Sie fragten, ob wir wüssten, was unsere Mutter daran „hindert“ zu sterben. Es hat ein bisschen gedauert, aber wir sind drauf gekommen. Dann galt es, das zu organisieren, was ihr offenbar zum letzten Glück fehlte. Und sobald das geschah, wurde sie zu-SEHEND weniger. Stellte erst das Essen ein, dann das Sprechen „dauerhaft“ ein. Und starb schließlich innerhalb weniger Tage. Den Rest des Beitrags lesen »

Was ist Leben? Leben mit Demenz. Eine Annäherung.

Der Mann meiner Mutter leidet sehr wahrscheinlich unter Demenz. Es gibt Menschen, die sind sich da sicher. Andere sind da unsicherer. Ich zum Beispiel.

Ich habe ihn in den letzten Jahren unregelmäßig und selten besucht, unter anderem, weil er neu geheiratet hat und ich seine neue Frau unsympathisch finde. Vor einigen (wenigen) Jahren erlebte ich bei einem Besuch, dass er „schwierig“ wird. Inzwischen lebt er seit einiger Zeit in einem Wohngemeinschaft für Demenzkranke. Seine Frau hat sich nicht mehr in der Lage gesehen, ihn zu „versorgen“. Ich bin ohnehin nicht „zuständig“. Dennoch beschäftigt es mich. Seit er in der Wohngemeinschaft lebt, besuche ich ihn etwa monatlich. Den Rest des Beitrags lesen »

Gestorbene Frauen in 2016

Clipart: GrabsteinGestern las ich bei @Claudine, dass sie locker eine 50/50-Liste der Persönlichkeiten erstellen könnte, die in 2016 gestorben sind – im Gegensatz zum Spiegel, der diese 50/50-Liste nicht so ganzganz eingehalten hat. Abgesehen davon, dass sich durchaus darüber streiten ließe, was denn genau „Persönlichkeiten“ beinhaltet – es SIND ganz sicher auch in Deutschland mehr Frauen als „in 2016 gestorben“ wahr genommen worden als der Spiegel uns das weismachen will. Das hat mich motiviert, mal zu schauen, ob es irgendwo eine solche Liste schon gibt. Nein – scheint nicht so zu sein. Jedenfalls habe ich sie nicht gefunden. Mir sind einerseits die folgenden Frauen (hier in alphabetischer Reihenfolge) begegnet, mit denen ich etwas verbinde:

Ilse Aichinger; Erika Berger; Carrie Fisher; Zsa Zsa Gabor; Benoîte Groult; Zaha Hadid; Hildegard Hamm-Brücher; Ruth Leuwerik; Jutta Limbach; Elisabeth Moltmann-Wendel; Nancy Reagan; Debbie Reynolds

Andererseits habe ich dann doch auch mal geschaut, ob Wikipedia da evtl. auch eine Auskunft zu erteilen kann. Könnte es. Dafür sind allerdings offenbar „Fachkenntnisse“ und Geduld erforderlich – oder die Möglichkeit, jemanden zu fragen, der oder die sich mit der Wikipedia besser auskennt als ich. Es hilft – das hatte ich bereits vermutet – die Suche innerhalb der Wikipedia. Was ich bisher nicht wusste war, wie diese Suche dazu zu bringen ist, nur die Artikel auszuweisen, die zwei bestimmte Kategorien beinhalten. Wer das nachvollziehen will, gibt in das Suchfeld oben rechts die beiden gewünschten Kategorien incl. Kennzeichnung ein:

incategory:Frau incategory:“Gestorben 2016″

und bekommt 406 Ergebnisse angezeigt. Vielleicht hilft das der Claudine ja beim darüber bloggen? Ich bin gespannt!

Aus einem Interview mit Herman van Veen

Gestern hörte ich ihn mal wieder im Deutschlandradio Kultur:

„Ich bin glücklich, sehr gesund, kann tun, was ich gerne tue, spiele sehr viel Vorstellungen und ich habe auch genug Zeit zwischendurch, um Enkeln, Haus, Freunde zu genießen. Also ich bin ein glücklicher Mann. Ich kenne Leute, die ich liebe. Und ich kenne Leute, die mich lieben und genieße das sehr. Und ich habe das große Glück, dass ich einen Beruf habe, der so intensiv ist, dass ich nicht in einer Sportschule oder so gehen muss und dadurch bin ich auch extrem fit.“

Ich wünschte, ich könnte auch mal so in der Art sein, wenn ich über 70 bin. Ja – kein „glücklicher Mann“ und ohne Enkel und Auftritte. Das wohl. Da es andererseits bis dahin noch einige Zeit ist, kann ich zumindest darüber nachdenken, was in meinem Leben nötig wäre zu ändern, um so etwas äußern zu können.

In den nächsten knapp 2 Wochen ist das Interview mit ihm noch nachzuhören. (knapp 40min.) Ich finde, es lohnt sich. Aber ich bin da vielleicht auch voreingenommen?

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Zeit zum Lesen

buchringIch habe in der letzten Zeit 2 Bücher am Wickel gehabt, die mir einer Erwähnung auf diesem Blog „wert“ erscheinen. Mir ist auch klar, dass auf diesem Blog seit diversen Monaten weniger passiert als ich das dachte. Vielleicht ändert es sich dadurch, dass ich hier auch wieder vermehrt notiere, was für mehr oder minder „themenbezogene“ Literatur mir so begegnet? Mal sehen.

Zum einen wäre da

  • Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
    Ich bekam es geschenkt und war erstaunt über den Titel. Da ich Schnecken – vor allem solche mit Häusern, weniger nackte – mag, habe ich es sehr interessiert gelesen, obwohl ich es vermutlich niemals selbst erworben/entliehen hätte. Es hat mich berührt und mir viele neue Informationen über die(se) Schnecke(n) geschenkt. Es handelt von einer schwerkranken Frau – was meine Mutter auch war, bevor sie starb. Daher bekommt es jetzt einen Platz in diesem Blog.

Das Andere ist

  • Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
    Das Buch habe ich selbst erstanden. Auch wenn die Kritiken zum Teil finden, dass das Buch zu wenig Tiefgang zeigt und gegen Ende zu schnell zum Ende kommt – ich habe es gern gelesen.

Insgesamt stelle ich fest: mein Literaturgeschmack, meine Vorlieben haben sich mit dem Tod meiner Mutter geändert. Ich lese jetzt anderes als vorher. Abwarten, wie viel davon ich hier oder dort veröffentlichen werde.